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Der Outlaw: Eine isländische Jugend am Rande der Gesellschaft

Jón Gnarr

Wie der Weltstar der Aktivistenszene als Teenager durch die Hölle ging. In seiner Autobiographie beschreibt Jón Gnarr die späten Jahre seiner düsteren Teenagerzeit als administrativ Versorgter. Unverblümt erzählt er, wie er sich dem verheerenden Internatsalltag entgegensetzt, sich gegen die Willkür wehrt, und es ihm nach Jahren des Scheiterns mit viel Mut und Willenskraft gelingt, sein Leben zurückzuerobern. Anfänglich als Außenseiter stigmatisiert, entdeckt er durch seinen langen Kampf die Ideale, für die er 30 Jahre später als Politiker eintreten wird.

Kurzinhalt:
Als der vierzehnjährige Jón in Reykjavik ins Flugzeug nach Ísafjörður steigt, ahnt er noch nichts von dem, was ihn erwartet. Die wohl schmerzhafteste und düsterste Phase seines Lebens nimmt ihren Anfang. Am nordwestlichen Rande Islands, abgeschieden am Rande eines Fjords, verbringt er zwei Jahre in einem Internat für schwer erziehbare Jugendliche. Von der Außenwelt abgeschnitten und missverstanden, gerät er in ein System institutionalisierten Unrechts, dem er zunächst schutzlos ausgeliefert ist. Gewalt, Strafen, Stigmatisierung und Isolation prägen den Alltag. Der Teenager versucht, diesem Elend mit Punk-Musik zu entfliehen. Doch in seiner tiefen Verzweiflung entdeckt er auch die Ideale, für die er später so vehement eintreten wird: Er bekämpft Ungerechtigkeiten, wendet sich gegen jede Form von Gewalt und entdeckt die Ideen des Anarchismus für sich. Jón Gnarrs Geschichte zeigt eindrucksvoll, wie aus dem vermeintlich schwer erziehbaren Jugendlichen, den man schon überall abgeschrieben hatte, Jahre später gelingt, Bürgermeister der Hauptstadt Reykjavík zu werden.

Walter Zwahlen


Jón Gnarr
Der Outlaw: Eine isländische Jugend am Rande der Gesellschaft
Aus dem Isländischen von Tina Flecken (Orig.: Útlaginn)
Klett-Cotta, 1. Aufl. 2017, 287 Seiten, gebunden
ISBN: 978-3-608-50153-7