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Journalist Kai Strittmatter, Kopenhagen

Entführt, entrechtet, entwurzelt und entfremdet
Ein unverantwortliches Experiment der dänischen Regierung mit Grönlandkindern

Das erschreckende dieses Vorfalls liegt darin, dass es über 70 Jahre dauerte, bis das offizielle Dänemark überhaupt reagierte. Noch gravierender die Tatsache, dass die dänische Regierung bis heute auch nicht bereit war, die finanziellen Konsequenzen dieser Übergriffe anzusprechen und eine Wiedergutmachung überhaupt in Erwähnung zu ziehen. Das verursachte Leid, die gebrochenen Menschen, die dadurch verpfuschten Lebensläufe, wären vermeidbar gewesen, wenn man früher gehandelt hätte. Was in Europa in den letzten beiden Jahrzehnten in dieser Thematik in verschiedenen Ländern aufgedeckt worden ist, scheint in Dänemark überhaupt nicht angekommen zu sein. Dabei ist der politische Protest ein Appell an die abwesende Gerechtigkeit, begleitet von der Hoffnung, dass in der Zukunft ein gerechter Zustand eintritt.
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Newsletter-Augenöffner

Die Newsletter des Vereins Netzwerk-verdingt haben ganz unterschiedliche Funktionen. Sie sind zunächst das Schaufenster der Organisation. Spielen eine wichtige Funktion in der Öffentlichkeitsarbeit, weil sie über die Mitglieder hinaus an wichtige Partner des Vereins, an einzelne Amtsstellen, Journalisten, Verlage, Gönner gehen. Als Ganzes bilden sie auch einen Grossteil der Tätigkeit und des Engagements ab. Die breite Themenvielfalt ist bewusst gewählt. Da Geschichtsvermittlung und Erinnerungsarbeit die zentralen Punkte des Wirkungsfeldes sind. Dies zeigt sich in ganz unterschiedlichen Blickpunkten, welche weit über das Sachgebiet Fremdplatzierung hinausgehen. Buchbesprechungen, historisch-wissenschaftliche Studien, Einzelportraits, Fragestellungen, Infos über Projekte, Publikationen, fotohistorische Werke und deren Verfasser. Für die Betroffenen der Fremdplatzierung ist der einzelne Newsletter auch ein Stück Bildung/Weiterbildung. Es gibt eine ganze Reihe ehemaliger Opfer sozialer Missstände, welche nie gewürdigt und deren Leiden nie thematisiert wurden. Für sie sind die Newsletter eine wichtige Plattform.
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Artikel, durch unseren letzten Newsletter angeregt:

Verdingt – und dann in die Legion

Emmental: Eine gewaltvolle Kindheit und kaum Aussichten auf Besserung. Nicht wenige Verdingbuben versuchten als junge Männer in der Fremdenlegion Frankreichs einen ­Neuanfang.

Artikel in der Emmentaler Wochen-Zeitung von 28. 1. 2021

Medienmitteilung des Bundesamtes für Justiz betreffend Gesuchseingabe:
Frist für Gesuch um Solidaritätsbeitrag aufgehoben

Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen können neu zeitlich unbeschränkt ein Gesuch um Solidaritätsbeiträge einreichen. Die entsprechende Änderung des Bundesgesetzes über die Aufarbeitung der fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen vor 1981 (AFZFG) ist auf den 1. November 2020 in Kraft getreten. Das Parlament hatte am 19. Juni 2020 beschlossen, die Frist ersatzlos zu streichen Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.bj.admin.ch/fszm.


Nicht zu vergessen

Artikel in der Süddeutschen Zeitung vom 22. März 2019 mit drei Porträts von Zeitzeugen.

Nur bedingt in Feierstimmung

Bild Keystone

Der runde Tisch, der Verdingten und anderen Opfern von Zwangsmassnahmen die Würde wiedergeben wollte, wurde im Mai 2018 aufgehoben. Aber viele Fragen seien noch gar nicht vom Tisch, sagen Betroffene.

Der Bund, 17. Mai 2018

Holzschnitt Emil Zbinden

Holzschnitt: Emil Zbinden